Eine arteriovenöse Fehlbildung (AVM) ist eine angeborene Gefäßanomalie, bei der Arterien und Venen direkt miteinander verbunden sind, ohne das normalerweise dazwischenliegende Kapillarnetz. Dadurch fließt das Blut zu schnell und unter hohem Druck von den Arterien in die Venen.
AVM kommen am häufigsten im Gehirn vor- es gibt sie aber auch im Rückenmark, in der Lunge, der Haut oder Leber.
Die Prävalenz beträgt ca 10–18 pro 100.000 Menschen. Das Alter bei Diagnose beträgt zwischen 20 und 40 Jahren, wobei Männer und Frauen etwa gleichhäufig betroffen sind. Das Blutungsrisiko beim cerebralen AVM beträgt jährlich etwa 2–4 %. Nach erster Blutung erhöht sich das Risiko deutlich.
Bei einer AVM fließt das Blut nicht wie üblich über ein Kapillarnetz in die Vene, sondern gelangt direkt und mit hohem Druck in das venöse System.
Es kommt zur Überlastung der dünnen Wandstrukturen des venösen Systems- Gefäßveränderungen und schlechtere Versorgung des umliegenden Gewebes mit Sauerstoff sind die Folge. Der Blutfluss umgeht die Kapillaren und führt so zu einem sogenannten Steal-Effekt
Die betroffenen Areale im Hirn können ihre komplexen Funktionen nicht mehr richtig erfüllen, was zu Ausfällen führt (Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen).
Durch Reizung empfindlicher Strukturen im Kopf entstehen häufig zunächst Kopfschmerzen. Aber auch Krampfanfälle sind ein typisches Symptom. Diese entstehen, wenn Nervenzellen durch Sauerstoffmangel oder durch kleine, oft unbemerkte Blutungen gereizt werden und nicht mehr regelrecht funktionieren.
Die primäre Hirnblutung ist die gefährlichste Komplikation einer AVM- und häufig leider auch das erste Symptom.
Durch den dauerhaft erhöhten Druck im venösen System werden die Gefäße brüchig und können reißen.
Klinisch gekennzeichnet durch plötzliche sogenannte Vernichtungs-Kopfschmerzen- oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Pulssynchrone Ohrgeräusche sollten zeitnah abgeklärt werden, da diese auch ggf auf eine arteriovenöse Malformation hinweisen.
Auch die Kombination von Embolisation und Operation oder Embolisation und Strahlentherapie kann sinnvoll sein.
Die CyberKnife- oder ZAP-X-Therapie erfolgt gegenüber einer herkömmlichen Operation ambulant. Umliegendes Gewebe wird durch das schmerzfreie, submillimetergenaue und präzise Verfahren bestmöglich geschont. Eine Narkose ist nicht erforderlich.
In den meisten Fällen reicht eine einmalige Behandlung aus, um die Gefäßfehlbildung auszuschalten oder deutlich zu verkleinern.
Im ERCM behandeln wir seit mehr als 20 Jahren erfolgreich Patienten. So wurde die Lebensqualität von ca. 400 Patienten mit AVM signifikant verbessert.
Vor allem in unmittelbarer Nachbarschaft zu sensiblen funktionellen Hirnarealen, z. B. Sprachzentrum oder motorisches Zentrum, hat die Hochpräzisionstechnologie des CyberKnifes oder ZAP-X gegenüber dem klassischen operativen Eingriff deutliche Vorteile.
Links: Darstellung einer frontalen arteriovenösen Malformation im MRT.
Rechts: Präzise Darstellung der digitalen Subtraktions-Angiographie (DSA). Gut zu erkennen ist, dass bei einer AV-Malformation zwischen Arterien und Venen kein Kapillargefäßnetz zwischengeschaltet ist.
In diesem Video erklärt ERCM-Direktor Prof. Muacevic die Therapie mittels Radiochirurgie.
Durch hohe Präzision und die Non-Invasivität der Methode haben Patienten deutlich weniger Komplikationen und genesen schneller.
Uns ist es wichtig, dass Sie als Patientin und Patient alle Aspekte rund um Ihre Erkrankung und deren individuelle Therapieoptionen gut verstehen. Für Behandlungsanfragen bitten wir Sie, das Kontaktformular zu verwenden. Sie erreichen uns außerdem telefonisch während unserer Öffnungszeiten oder auch über unsere Social Media Kanäle.
Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.
Eine arteriovenöse Malformation ist kein Tumor, sondern eine vaskuläre Anomalie, die leichter bluten kann als normale Gefäße.
Eine arteriovenöse Malformation ist ein Kurzschluss zwischen Arterien und Venen der Hirngefäße ohne zwischengeschaltetes Kapillarsystem.
Ein Aneurysma ist eine Gefäßausbuchtung an einem arteriellen Gefäß, welches sich durch eine dünnere Gefäßwand auszeichnet und so leichter zu einer Blutung (Hirnblutung) führen kann.
Die Gefahr ist eine Hirnblutung.
Je nach Ausmaß und Lokalisation der Blutung können lediglich Kopfschmerzen auftreten oder schwere neurologische Ausfälle bis hin zur Bewußtlosigkeit.
Eine arteriovenöse Malformation kann rupturieren, wenn der Druck in den Blutgefäßen zu hoch wird. Kleine Gefäßfehlbildungen sind häufig nur wenig symptomatisch. Das Blutungsrisiko beim AVM beträgt jährlich deutlich unter 10%. Die meisten Betroffenen leben mit ihnen, ohne jemals eine Blutung zu erleben.
Ja, Gefäßmissbildungen können überall im Körper auftreten, sind aber häufig gerade im Kopf relativ früh sympathisch, da im Hirn viele empfindliche Strukturen sehr eng benachbart sind.
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