Hirnmetastasen sind Absiedlungen anderer Krebserkrankungen (z.B. Brust-, Lunge-oder Hautkrebs…), sind immer bösartig und machen bei Erwachsenen die häufigsten malignen Hirntumoren aus. Sie treten insgesamt bei etwa 9–10 % aller Pat auf, in fortgeschrittenen Tumorstadien deutlich häufiger.Die Krebszellen gelangen hierbei über die Blutbahn ins Gehirn.
Häufig treten die Metastasen zu einem Zeitpunkt auf, zu dem die Patienten durch ihre ursprüngliche Krebserkrankung noch nicht wesentlich eingeschränkt sind.
Hirnmetastasen können einzeln oder multipel auftreten.
Abhängig von der Lokalisation im Gehirn, sind die Symptome insgesamt sehr unterschiedlich.
Häufige Beschwerden sind neue auftretende Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle, generalisierte oder fokale Krampfanfälle, Gangunsicherheit, Übelkeit/Erbrechen oder kognitive Veränderungen. Die Symptome können langsam beginnen oder auch plötzlich auftreten.
Ein komplettes Staging sollte immer durchgeführt werden. Nur so lässt sich die Tumorausbreitung genau erfassen. Anschließend kann interdisziplinär die Planung der Behandlungsstrategie erfolgen. Dies ist essenziell für eine erfolgreiche Therapie des Tumorleidens.
Die Entscheidung darüber, welche individuelle Behandlung notwendig ist und wie diese im Detail geplant werden muss, hängt vom Tumorleiden ab und ist sehr unterschiedlich.
Die Lebensqualität steht an erster Stelle- falls nötig, werden primär Massnahmen zur Symptom Linderung eingeleitet, ggf eine Schmerztherapie begonnen.
Heutzutage wird in modernen Behandlungskonzepten nach einer kompletten chirurgischen Entfernung meinst auf eine Ganzhirnbestrahlung verzichtet.
Wenn neben Hirnmetastasen auch Metastasen in Lunge, Leber, Knochen etc. behandelt werden müssen, kann Chemotherapie sinnvoll sein, da sie den ganzen Körper adressiert.
Die CyberKnife- oder ZAP-X-Therapie erfolgt gegenüber einer herkömmlichen Operation ambulant. Umliegendes Gewebe wird durch das schmerzfreie, submillimetergenaue und präzise Verfahren bestmöglich geschont. Eine Narkose ist nicht erforderlich.
Schon seit mehr als 20 Jahren werden Patienten mit cerebralen Metastasen im ERCM behandelt. So wurde die Lebensqualität von ca. 1550 Patienten signifikant verbessert.
Vor allem in unmittelbarer Nachbarschaft zu sensiblen funktionellen Hirnarealen, z. B. Sprachzentrum oder motorisches Zentrum, hat die Hochpräzisionstechnologie des CyberKnifes oder ZAP-X gegenüber dem klassischen operativen Eingriff deutliche Vorteile.
Links: In diesem Fall einer Patientin mit Brustkrebs kam es zu einer einzelnen (singulären) Hirnmetastase – von Ödemen umgeben und kritisch gelegen in der Zentralregion des Gehirns, die u. a. für Bewegungsfunktionen zuständig ist.
Rechts: Durch die radiochirurgische Behandlung wurde die Hirnmetastase wirksam ausgeschaltet, im MRT war sie 22 Monate nach der CyberKnife-Therapie (Behandlungsdauer: 25 Minuten) nicht mehr nachweisbar. Die Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) waren ebenfalls vollständig zurückgegangen.
Alle individuellen Therapiekonzepte werden mit den jeweiligen neurochirurgischen Spezialistinnen und Spezialisten im Vorfeld Ihrer Behandlung ausführlich diskutiert, mit Ihnen besprochen und geplant.
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Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.
Ja, beide Verfahren sind effektiv zur Behandlung von einzelnen oder multiplen Hirnmetastasen. Die Therapieentscheidung wird aber immer individuell für den jeweiligen Patienten festgelegt - je nach Befund.
Das CyberKnife- oder ZAP-X-System appliziert hochdosiert Photonenstrahlen gezielt auf den Tumor. Je nach Größe & Lokalisation der Metastase(n) innerhalb des Kopfes werden auf genau abgestimmte Strahlungsprotokolle erarbeitet.
Ja, die gesamte Metastase vernarbt im Verlauf und bildet sich zurück.
Die Behandlung von Rezidiven hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Anzahl und Größe, dem Allgemeinzustand des Patienten und der zuvor angewendeten Therapie. Oftmals kann eine erneute Radiochirurgie mit dem CyberKnife bzw. ZAP-X in Erwägung gezogen werden, insbesondere wenn die Metastasen klein und gut abgegrenzt sind.
Die Behandlung mit dem CyberKnife- oder ZAP-X ist ambulant und der Patient benötigt im Allgemeinen keine Reha- außer die Grunderkrankung und der Gesamtzustand des Patienten machen dies nötig.
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