Ein Hypophysenadenom ist ein gutartiger (benigner), meist langsam wachsender Tumor, der von den Drüsenzellen der Hypophyse ausgeht – einem erbsengroßen Organ an der Schädelbasis, das als „Dirigent" des gesamten Hormonsystems gilt. Die Hypophyse kontrolliert u. a. Wachstum, Stoffwechsel, Schilddrüse, Nebennieren und Fortpflanzungsorgane.
Hypophysenadenome machen etwa 10–15 % aller primären intrakraniellen Tumoren aus und sind damit eine der häufigsten Hirntumorarten. In Autopsie-Studien finden sich bei bis zu 20 % der Bevölkerung kleine, klinisch stumme Hypophysenadenome [1]. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Hypophysenadenome werden nach zwei Kriterien eingeteilt:
Hypophysenadenome sind in aller Regel gutartig und metastasieren nicht. Viele Mikroadenome werden zufällig bei einer MRT-Untersuchung entdeckt und erfordern zunächst keine sofortige Behandlung.
Die Symptome eines Hypophysenadenoms entstehen durch zwei unterschiedliche Mechanismen: den Hormonüberschuss bei funktionierenden Adenomen und die mechanische Verdrängung durch das Tumorwachstum.
Die Wahl der Therapie hängt von Tumortyp, Größe, Hormonaktivität, den Beschwerden des Patienten sowie dessen Allgemeinzustand und persönlichen Wünschen ab. In der Regel wird die Entscheidung interdisziplinär getroffen.
Die Radiochirurgie stellt eine etablierte, nicht-invasive Behandlungsoption für Hypophysenadenome dar – insbesondere dann, wenn nach einer Operation Tumorgewebe verblieben ist, ein Rezidiv auftritt oder eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist.
Vorteile der radiochirurgischen Behandlung am ERC München sind die submillimetergenaue Bestrahlung des Tumors, die umliegendes gesundes Gewebe maximal schont (insbesondere Sehnerven und Chiasma opticum).
Der Eingriff ist ambulant, schmerzfrei und ohne Narkose. In der Regel ist nur eine Behandlungssitzung notwendig und dauert etwa 20 Min.
Wir haben bisher ca. 400 Pat. mit Hypophysenadenom behandelt und verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung am ERCM.
Das CyberKnife- und ZAP-X-System appliziert hochdosierte, präzise fokussierte Strahlenbündel aus vielen verschiedenen Richtungen. Dadurch wird im Tumor eine hohe, biologisch sehr wirksame Dosis erreicht.
Bei hormon-inaktiven Adenomen beträgt die langfristige Tumorkontrolle nach Radiochirurgie über 90 %. Bei hormon-aktiven Adenomen (Akromegalie, Morbus Cushing) wird eine Hormonnormalisierung je nach Subtyp in 40–80 % der Fälle erreicht. Die Tumorkontrolle ist dabei in aller Regel ebenfalls sehr hoch.
Komplexe Therapiemöglichkeiten bedeuten auch, dass Ihre Entscheidung immer auch mit Blick auf Ihre ganz persönliche Lebenssituation erfolgen sollte. Wir unterstützen Sie hierbei und beraten Sie jederzeit unverbindlich.
Ein Hypophysenadenom ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), einem erbsengroßen Organ an der Schädelbasis, das zahlreiche Körperfunktionen über Hormone steuert. Hypophysenadenome sind die häufigsten Tumoren im Bereich der Schädelbasis und metastasieren nicht. Je nach Typ produzieren sie überschüssige Hormone (funktionierend) oder verursachen Beschwerden allein durch ihr Wachstum (nicht-funktionierend).
Die Symptome sind vielfältig und hängen vom Tumortyp ab. Häufige Zeichen sind:
Viele kleine Adenome werden zufällig bei einer MRT-Untersuchung entdeckt.
Nein. Kleine, hormoninaktive Mikroadenome ohne Symptome können zunächst beobachtet werden. Ob eine Behandlung erforderlich ist, hängt ab von:
In der Regel entstehen nach der radiochirurgischen Behandlung keine körperlichen Einschränkungen. Es erfolgen regelmäßige MRT-Kontrollen sowie Hormonlaboruntersuchungen nach individueller Absprache mit dem behandelnden Arzt. Da die Wirkung der Radiochirurgie Wochen bis Monate dauert und der Tumor erst langsam kleiner wird, sind regelmäßige endokrinologische Verlaufskontrollen wichtig.
Nach vollständiger operativer Entfernung ist ein Rezidiv selten, kommt aber vor – insbesondere bei inkompletter Resektion. Die Radiochirurgie ist eine sehr effektive Strategie zur Behandlung von Resttumoren oder Rezidiven mit langfristigen Kontrollraten von über 90 % bei nicht-funktionierenden Adenomen.