Lungenmetastasen sind sekundäre Lungentumore, die durch Absiedlung von Krebszellen aus einem Primärtumor in die Lunge entstehen. Die Lunge ist aufgrund ihrer dichten Kapillarnetzwerke ein häufiger Zielort hämatogener Metastasierung – nach der Leber der zweithäufigste Metastasierungsort überhaupt. Lungenmetastasen können als solitäre Läsion (einzelne Metastase), oligometastatisch (2–5 Herde) oder multipel auftreten. Das Ausmaß der Erkrankung ist entscheidend für die Therapiestrategie – Bei oligometastatischem Befall ist ein kurativ intendierter Ansatz möglich.
Lungenmetastasen sind häufig asymptomatisch und werden im Rahmen der bildgebenden Tumornachsorge entdeckt. Erst bei zunehmendem Wachstum oder ungünstiger Lage entstehen klinische Beschwerden.
Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, Fatigue, oder Leistungsminderung sind unspezifisch und können auch bei pulmonaler Metastasierung vorkommen- ebenso Nachtschweiß und subfebrile Temperaturen.
Lungenmetastasen werden überwiegend im Rahmen der strukturierten Tumornachsorge entdeckt. Ziel der Diagnostik ist die genaue Charakterisierung der Läsionen – Anzahl, Größe, Lage und Beziehung zu Bronchien und Gefäßen – sowie die Abgrenzung gegenüber einem zweiten primären Bronchialkarzinom.
Vor jeder kurativ intendierten Lokaltherapie sollte ein vollständiges Restaging (CT-Thorax/Abdomen, ggf. PET-CT, MRT-Schädel) erfolgen, um weitere Metastasenmanifestationen auszuschließen.
Die Therapie von Lungenmetastasen richtet sich nach Primärtumor, Anzahl und Größe der Metastasen, Lungenfunktion und Allgemeinzustand des Patienten. Die Entscheidung wird interdisziplinär im Tumorboard getroffen.
Die stereotaktische Körperradiochirurgie (SBRT) ist bei Lungenmetastasen eine besonders gut etablierte und wirksame Behandlung. Dank modernster Atemkompensationstechnologie kann das CyberKnife-System Lungenmetastasen in Echtzeit verfolgen – ohne dass der Patient die Luft anhalten muss.
Sinnvoll bei:
Im Europäischen Radiochirurgie Centrum München behandeln wir seit mehr als 20 Jahren Patienten mit Lungenmetastasen verschiedenster Primärtumoren. Die Behandlung wird individuell in enger Abstimmung mit der behandelnden Onkologie und Thoraxchirurgie geplant.
Bei Tumoren, die sich durch die Atmung bewegen (z. B. in der Lunge, Leber oder im oberen Bauchraum), nutzt das CyberKnife-System eine Technik namens Synchrony:
Infrarot-LEDs oder reflektierende Marker werden auf der Brust oder dem Bauch des Patienten befestigt. Eine Infrarotkamera im Behandlungsraum verfolgt kontinuierlich die Bewegung dieser Marker. Gleichzeitig erfassen wiederholte Röntgenaufnahmen die tatsächliche Position des Tumors oder von implantierten Markern (Fiducials) im Körper. Das System erstellt daraus ein Modell, das die äußere Atembewegung mit der inneren Tumorbewegung verknüpft. Der Roboterarm bewegt den Linearbeschleuniger in Echtzeit nach, sodass der Strahl den Tumor trotz der Atmung präzise trifft.
Uns ist es wichtig, dass Sie sowie Ihre Angehörigen und Nächsten alle Aspekte rund um Ihre Erkrankung und deren Therapieoptionen gut verstehen und einordnen können. Wir begleiten Sie gemeinsam mit unseren medizinischen Partnern auf diesem Weg und sorgen mit unserem Team dafür, dass Sie sich von Anbeginn im ERCM gut aufgehoben fühlen.
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Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.
Lungenmetastasen entstehen durch Absiedlung von Krebszellen aus einem anderen Primärtumor – z. B. Darm-, Nieren- oder Brustkrebs. Ein primäres Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) entsteht hingegen direkt aus den Zellen der Atemwege. Die Unterscheidung ist für Therapie und Prognose entscheidend und erfordert in manchen Fällen eine Biopsie.
Insbesondere bei Sarkomen und kolorektalen Karzinomen mit isolierten pulmonalen Metastasen ist ein kuratives Therapieziel möglich. 5-Jahres-Überlebensraten von 30–50 % sind nach vollständiger Resektion oder CyberKnife in der oligometastatischen Situation beschrieben. Auch bei nicht kurativ behandelbaren Patienten kann eine langfristige lokale Kontrolle erreicht werden.
Ja. Mit der Behandlung im CyberKnife können mehrere Metastasen in einer Behandlungsserie – teils auch in einer einzigen Sitzung – behandelt werden. Voraussetzung ist eine ausreichende Lungenfunktionsreserve, da jede bestrahlte Läsion einen geringen Funktionsverlust des umliegenden Lungengewebes verursacht. Die genaue Anzahl behandelbarer Herde wird individuell geplant.
Sehr gute Ergebnisse liegen vor für kolorektale Karzinome, Nierenzellkarzinome, Sarkome und Kopf-Hals-Tumoren.
Auch Melanommetastasen können bei oligometastatischer Situation gut behandelt werden – insbesondere in Kombination mit Immuntherapie. Die Wirksamkeit hängt von der Tumorbiologie, der Metastasengröße und der applizierten Dosis ab.
Die Behandlung ist ambulant und erfordert in der Regel keine längeren körperlichen Einschränkungen. Nach der Bestrahlung sind regelmäßige CT-Kontrollen zur Beurteilung des Ansprechens notwendig. Im bestrahlten Bereich kann vorübergehend eine Strahlenpneumonitis auftreten – meist asymptomatisch oder mit leichtem Husten. Alle Verlaufskontrollen werden individuell abgestimmt.
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