Das Nierenzellkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von den Epithelzellen der Nierentubuli ausgeht. Es ist mit einem Anteil von etwa 85 % aller Nierentumoren die häufigste Form des Nierenkrebses und macht rund 2–3 % aller soliden Tumoren im Erwachsenenalter aus.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 15.000 Menschen neu am Nierenzellkarzinom. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr.
Dank der weit verbreiteten Abdomensonographie und Schnittbildgebung wird die Erkrankung heute in über 50 % der Fälle als Zufallsbefund in einem frühen Stadium ohne Symptome entdeckt – was die Behandlungsmöglichkeiten erheblich verbessert.
Rund 30 % der Nierenzellkarzinome werden erst im metastasierten Stadium diagnostiziert. Bei weiteren 20–30 % der zunächst lokal operierten Patienten entwickeln sich im Verlauf Fernmetastasen – häufig in Lunge, Knochen, Leber, Nebennieren und Gehirn.
Das Nierenzellkarzinom wird heute aufgrund der verbreiteten Bildgebung häufig symptomlos entdeckt. Klinische Symptome treten meist erst bei fortgeschrittenem Tumorwachstum auf.
Diese klassische Trias aus Hämaturie, Flankenschmerz und palpablem Tumor gilt heute als Spätsymptom und findet sich nur noch bei etwa 6–10 % der Patienten.
Das Nierenzellkarzinom ist bekannt für eine Vielzahl paraneoplastischer Syndrome, die durch tumorbedingte Hormon- und Zytokinproduktion entstehen.
Die Diagnose des Nierenzellkarzinoms stützt sich auf Bildgebung und Labordiagnostik. Eine Biopsie ist in ausgewählten Fällen indiziert, aber nicht routinemäßig erforderlich.
Zusätzlich wird die Ausbreitung des Tumors beurteilt. Hierfür dient die sogenannte TNM-Klassifikation (vereinfacht).
Links: In diesem Fall eines 72-jährigen männlichen Patienten mit Nierenzellkarzinom rechts erfolgte im Juni 2024 die radiochirurgische Behandlung.
Rechts: 5 Monate nach der CyberKnife-Therapie in einer einmaligen Sitzung (Behandlungsdauer: 30 Minuten) zeigte sich der Tumor im MRT mit einer deutlichen Volumenreduktion von ca. 80% und ist bereits ausgeschaltet. Regelmäßige Kontrollintervalle können jetzt jährlich erfolgen.
Die Therapieentscheidung beim Nierenzellkarzinom wird interdisziplinär getroffen und hängt von Tumorstadium, Subtyp, Allgemeinzustand des Patienten und der Funktion der Gegenniere ab.
Die CyberKnife-Therapie erfolgt gegenüber einer herkömmlichen Operation ambulant. Dank der robotergestützten submilimetergenauen Technik kann die Strahlung aus diversen Winkeln auf den Tumor gerichtet werden- dies ermöglicht eine steile Dosisfallgradiente- hohe Dosis im Tumor, rasch fallende Dosis im gesunden Gewebe.
Die Bestrahlung erfolgt mit exakter Zielerfassung. Blase, Enddarm, Harnröhre und umliegende Strukturen können so gezielt geschont werden. Während die klassische Strahlentherapie oft 7–8 Wochen dauert, benötigt der Patient im CyberKnife nur wenige Sitzungen. Das verbessert Komfort, Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und eine insgesamt bessere Verträglichkeit. Durch die nicht-invasive Behandlung gibt es keine operations- oder narkosebedingten Risiken wie bei einem chirurgischen Eingriff.
Viele Patienten können ihren Alltag bereits unmittelbar nach der Behandlung wie gewohnt fortsetzen.
Seit mehr als 20 Jahren behandeln wir im ERCM erfolgreich Patienten.
Nierenzellkarzinome sind gefährlich- insbesondere dann, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Die Prognose hängt vom Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab.
Etwa 70% der Nierenzellkarzinome sind asymptomatisch und werden zufällig im Ultraschall der Niere entdeckt. Erst in späteren Stadien treten Symptome auf. Häufig sind dabei Hämaturie, Schmerzen, tastbare Tumore und Gewichtsverlust.
Die robotergeführte Präzisionsbehandlung mit dem CyberKnife kann - abhängig von Größe und Lage des Tumors - im Betracht gezogen werden, wenn ein operatives Vorgehen nicht gewünscht oder das Operationsrisiko zu hoch ist.
Auch nach erfolgreicher Behandlung kann Nierenzellkrebs auftreten. Das Risiko für ein Rezidiv ist individuell unterschiedlich und hängt von Art und Stadium des ursprünglichen Tumors, der Wirksamkeit der Behandlung und den sonstigen Erkrankungen des Patienten ab. Regelmäßige Nachsorge ist deshalb unerlässlich. Nur so können Rezidive erkannt und behandelt werden.
Ja. Die häufigsten Stellen für Metastasen des Nierenzellkarzinoms sind Lunge, Leber, Knochen und Gehirn.
Welche Behandlung besser geeignet ist, hängt vor allem von Größe und Lage des Nierentumors, der Nierenfunktion und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Die Operation ist bei gut operablen, lokal begrenzten Nierentumoren weiterhin die Standardbehandlung und wird möglichst nierenerhaltend durchgeführt.
Die Radiochirurgie bietet bei ausgewählten Patienten eine nicht-invasive Alternative, insbesondere wenn eine Operation mit erhöhtem Risiko verbunden ist oder nicht durchgeführt werden kann. Sie erfolgt ohne Schnitt und ohne Vollnarkose in wenigen Behandlungssitzungen.
Welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist, sollte anhand der Bildgebung und der individuellen Situation interdisziplinär entschieden werden.
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