900.000 Menschen in Deutschland leiden täglich unter einer Migräneattacke – dennoch wird die Erkrankung oft unterschätzt – und häufig falsch behandelt.
Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee, Leiterin des größten Kopfschmerzzentrums Deutschlands und selbst betroffen, erklärt, was Migräne wirklich ist und welche modernen Therapien heute zur Verfügung stehen.
In dieser Episode:
Was passiert im Gehirn bei einer Migräneattacke? Neurogene Entzündungen, CGRP, Nervus Trigeminus – Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit.
Warum bleibt die Erkrankung oft unerkannt? Viele Betroffene wissen nicht, dass sie Migräne haben. Die Dunkelziffer ist hoch – oft werden Attacken fälschlicherweise für Spannungskopfschmerz gehalten.
Was hilft wirklich? CGRP-Antikörper („Migränespritze“) und Botox haben als eine evidenzbasierte Prophylaxe die Migränebehandlung revolutioniert. Neuromodulation, Sport und Nahrungsergänzung – in vielen Fällen eine wertvolle Therapieergänzung.
Die wichtigsten Entwicklungen in der aktuellen Forschung? Die Wirkstoffklasse der PACAP-Antagonisten stellt einen vielversprechenden neuen Ansatz in der Migräneprophylaxe dar.
Hormone, Genetik, Kinder: Menstruelle Migräne, Schwangerschaft, Menopause – Frauen sind stärker betroffen. Und: Migräne ist zu einem sehr großen Teil vererbbar.
Die Neurologin Dagny Holle-Lee spricht im ERCM Medizin Podcast über ein Versorgungsproblem mit Ansage: Nur ein Bruchteil der Patientinnen und Patienten, die eine Prophylaxe bräuchten, erhält diese. Auch wird die Erkrankung stärker stigmatisiert als etwa Demenz oder Parkinson – 91% der Migränebetroffenen berichten davon. Das zeigt, warum Aufklärung so entscheidend ist. Für Betroffene, Angehörige und alle, die im Gesundheitswesen tätig sind.